Wasserpflanzen für Aquarium - nun Welche?

12.07.2020 13:43

Wasserpflanzen im Aquarium


Ebenso wie Fische zählt auch die Wasserpflanzen-Vielfalt zu den Möglichkeiten, ein Aquarium sinnvoll und dekorativ zu gestalten. Darüber hinaus eignet sich die Wasserpflanze ideal zur Sauberhaltung des Aquariums und zur Sauerstoffversorgung der Fische. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag zu einem gesunden Milieu im Becken. Die Pflanzen bieten Fischen weiterhin die so wichtige Möglichkeit sich zu verstecken, gerade für Jungfische häufig überlebensnotwendig, um nicht von älteren Tieren aufgespürt und gefressen zu werden. Grundsätzlich gehören die Pflanzen zu den zentralen Bestandteilen eines gut funktionierenden Biotops im Aquarium. Sie sind in zahlreichen Farben, Formen und Größen erhältlich und wirken besonders gut in Kombination mit anderen Naturelementen (Hölzern, Steinen).

Wachstum und Aufzucht von Wasserpflanzen

Wasser- beziehungsweise Aquarienpflanzen haben ihren Ursprung in der Natur und finden sich dort in feuchten Regionen und in Gewässern. Ihre Heimat ist hier meist in tropischen und subtropischen Gebieten gelegen, aber auch kühlere Gegenden kommen vor.

Experten gehen davon aus, dass es annäherend 30 Wasserpflanzenarten gibt. Im Handel werden weit über 100 Variationen angeboten, von denen jedoch nur ein Drittel zur echten Wasserpflanzen-Familie gehören, die ausschließlich unterhalb der Wasseroberfläche existieren kann. Die Pflanzen, die gleichermaßen unter und über Wasser vorkommen, zählen, entgegen der landläufigen Meinung, in botanischer Hinsicht nicht zu den Wasser- sondern zu den Sumpfpflanzen.

Im weiteren Verlauf der Aquaristik entwickelte sich das klassische Aquarium wesentlich weiter. Vielfältige kreative Trends kamen hinzu, beispielsweise das Aquascaping (Gestaltung von Aquarienlandschaften) und die Nano-Aquarien (kleinste Beckenart für Zwergfischarten). Gärtnereien haben sich darauf eingestellt und kultivieren Pflanzen, die optimal für die unterschiedlichsten Aquarien geeignet sind.

Von der Gärtnerei zum Aquarium

Das wachsende Interesse an Aquaristik führte nach und nach zu einem Import von Aquarienpflanzen in großem Stil. Die Pflanzen waren bei Ankunft meist in schlechter Verfassung und mussten in einer Wasserpflanzen-Gärtnerei zunächst aufgepäppelt werden. In den 1930er Jahren wurden die ersten entsprechenden Gärtnereien gegründet und vermehrten sich im Laufe der Jahrzehnte zunehmend. In den Anfängen gab es noch keine eigene Zucht. Der Fokus lag auf der Vermehrung jener Pflanzen, die in der Lage waren, die Umstellung aus der Natur in ein Aquarium zu schaffen. Vermehrt wurde in erster Linie über Ausläufer aus den Adventivpflanzen sowie aus Stecklingen. Es dauert Jahrzehnte, bevor gezielte Kreuzungen und Züchtungen vorgenommen wurden. Bis dahin gab es im Handel ausschließlich Pflanzen, die hinlänglich kultiviert werden konnten.

In der Natur gedeiht nur ein Teil der Aquarienpflanzen ausschließlich unter Wasser (submers). Ein Großteil hat sich den Jahreszeiten seiner Heimat angepasst und wächst sowohl an Land auf feuchtem Boden (emers) als auch unterhalb der Wasseroberfläche. Vor allem Biotope, bei denen Wasser jahreszeitlich kommt und geht, bringen solchen Pflanzen hervor. Diese besondere Anpassungsfähigkeit wird von den Gärtnereien genutzt. Vorherrschend ist meist eine emerse Kultivierung, überwiegend in Topfform, die dann als robuste und kräftige Pflanze im Aquarium auch unter Wasser wächst. Emerse Pflanzen haben weiterhin den Vorteil, dass sie nicht von Schnecken und Algen befallen werden, da diese vor allem unter Wasser leben.

Die verschiedenen Pflanzenarten

Es gibt unterschiedliche Arten von Pflanzen, die für die Verwendung im Aquarium, vor allem hinsichtlich der darin lebenden Fische und der Größe des Beckens, relevant sind. Es ist generell hilfreich, bei der Auswahl auf eine ausgewogene Mischung aus schnell und langsam wachsenden Pflanzen zu achten.

Topfpflanzen

Sie gelten als komplex in der Anzucht und sind von entsprechend hochwertiger Qualität. Die Topfpflanzen sind emers kultiviert, verfügen über ein kräftiges Wurzelwerk und gelten als äußerst haltbar. Vor dem Einsetzen ins Aquarium muss das Substrat, in dem die Pflanze verwurzelt ist, entfernt werden.

wasserpflanzen im Topf

Wasserpflanzen In Vitro

Bei der In vitro-Kultur findet eine Pflanzenvermehrung unter sterilen und keimfreien Laborbedingungen statt. Hierbei sind die Pflanzen frei von jeglichen fremden Organismen und können direkt nach dem Kauf ins Becken eingesetzt werden. Pflanzen, die in vitro vermehrt werden, sind an den sogenannten Kulturbehältern (mit Deckel) erkennbar. Sie eignen sich besonders gut für Garnelenaquarien.

Wasserpflanzen im Bund

Hierzu zählen junge Pflanzen oder auch Stängel, die mittels Keramikring in einem Bund zusammengefasst werden. Sie haben kaum beziehungsweise nur sehr geringe Wurzeln. Bundpflanzen zeichnen sich durch schnelles Wachstum aus und eignen sich demnach ideal für die Anfangsphase eines Beckens.

Standort der Wasserpflanze im Aquarium

Für die Wasserpflanzenanschaffung spielt auch die Platzierung im Becken eine zentrale Rolle. Je nach Gestaltungsbedarf werden verschiedene Bereiche unterschieden.

Vordergrund

Im Vordergrund des Beckens werden meist Freiflächen mit dichter bepflanzten Bereichen kombiniert. Auf diese Weise entsteht ein hohes Maß an Natürlichkeit, und auch Rückzugsmöglichkeiten für Jungfische sind ausreichend gewährleistet. Die hier zum Einsatz kommende Wasserpflanze ist von niedrigem Wuchs und harmoniert gut mit Bodendeckern. Für den Vordergrund sind zahlreiche Pflanzen geeignet, darunter die Echinodorus tenellus (grasartige Schwertpflanze), die Cryptocoryne parva (kleiner Wasserkelch) oder die Eleocharis pusilla (Zwergnadelsimse).

Mittelgrund

Der Mittelgrund eines Aquariums ist in der Regel am sichtbarsten. Demnach sind die Pflanzen, die hier eingesetzt werden, besonders wichtig. Es gibt eine große Wasserpflanzen-Anzahl, die für diesen Bereich angeboten wird, vor allem für das gestalterische Aquascaping. Die Wuchshöhe ist mittelhoch und bildet so einen geeigneten Übergang zu den höheren Hintergrund-Wasserpflanzen. Passende Pflanzen sind unter anderem der Microsorum pteropus (Javafarn), die Anubias afzelii (Afzelia Speerblatt) und die Crinum natans (flutende Hakenlilie).

Hintergrund

Die Hintergrundpflanzen sind hinsichtlich des Wuchses am höchsten, um gut sichtbar und wirkungsvoll zu sein. Sie erscheinen im Hintergrund des Beckens üppig und tragen wesentlich zu einem harmonischen Gesamtbild bei. In Abstufung zu Vorder- und Mittelgrundpflanzen sind sie für die Tiefwirkung im Becken zuständig. Beliebte Pflanzen für den Hintergrund sind beispielsweise die Anubias barteri (breitblättriges Speerblatt), die Hygrophila polysperma (indischer Wasserfreund) und die große Amazonas-Schwertpflanze (Echinodorus bleheri).

Bodendecker

Die flache Wuchsstruktur prägt die Bezeichnung für die zugehörigen Pflanzen. Sie eignen sich für den Bereich des Vordergrunds und ermöglichen hier die Herstellung eines dekorativen Pflanzenrasens. Als Bodendecker werden häufig die Lilaeopsis brasiliensis (brasilianische Graspflanze, die Staurogyne repens (kriechende Staurogyne) und die Glossostigma elatinoides (australisches Zungenblatt) verwendet.

Aufsitzerpflanze

Die Gestaltung eines Beckens mit Aufsitzerpflanzen gilt als sehr dekorativ und natürlich. Die Wasserpflanzen, beispielsweise Moose, wachsen auf den verschiedensten Untergründen und bereichern das Erscheinungsbild eines Aquariums wesentlich. Sie werden meist zur Begrünung von dekorativen Elementen sowie Steinen und Wurzeln eingesetzt. Gern verwendete Aufsitzerpflanzen sind etwa die Anubias heterophylla (verschiedenblättriges Speerblatt), die Pogostemon helferi (kleine Sternpflanze) und die Riccia fluitans (schwimmendes Teichlebermos).


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